1. – 4. Schuljahr

Fin Stempel

Digitaler Kunstunterricht

Wir leben in einer Welt, die sich rasant digitalisiert. Technologische Entwicklungen verändern unser Leben, unsere Kommunikation und unser Miteinander. Die Digitalisierung sollte als Chance verstanden und ihre Möglichkeiten sollte früh vermittelt werden, um mit diesen umzugehen und sie zu begreifen auch im Kunstunterricht.

Anlass dieses Artikels war die im Sinclairhaus in Bad Homburg ansässige Ausstellung „Illusion Natur, die sich mit dem Zusammenspiel von Kunst und Natur unter dem besonderen Gesichtspunkt der digitalen Kunst auseinandersetzte. Ein Rundgang durch Installationen und entsprechende Workshops zeigte verschiedene Bereiche der digitalen Umsetzung von Kunst. Drei besonders interessante Bereiche werden hier vorgestellt.
Der Moment der Überblendung
„Kennemerduinen (2010) ist ein Projekt des Künstlerduos Driessens & Verstappen. Ein Bildschirm an der Wand scheinbar mit einem Standbild der Kennemerdünen im Nationalpark an der niederländischen Nordseeküste. Die Bilddateien, die so langsam übereinander gelegt wurden, dass man kaum einen Wandel des Bildes wahrnimmt, sind alle an genau derselben Stelle aufgenommen und bilden jedes Mal genau denselben Bildausschnitt ab. Erst bei längerem Betrachten bemerkt man, wie sich die Landschaft im Verlauf der Jahreszeiten wandelt. Es lohnt sich, dieses Werk für einige Minuten anzuschauen, denn bei dem Versuch, plötzliche Änderungen festzustellen, wird man von der Dauer, die Veränderung im Laufe eines Jahres braucht, fasziniert. Und genau darum ging es den Künstlern: den Moment der Überblendung. (https://www.li-ma.nl/lima/catalogue/art/driessens-verstappen/kennemerduinen-2010-scene-b/19626 [23.04.2020])
Digital wachsende Pflanzen
Für „The Interactive Plant Growing (1993) ist ein Raum mit verschiedenen Plastikpflanzen mit Sensoren, einem Projektor und einer Leinwand ausgestattet worden. Die interaktive Installation von Christa Sommerer und Laurent Mignonneau will berührt werden, denn bei jeder Berührung mit den Plastikpflanzen „wachsen Pflanzen in digitaler Form an der Leinwand. Wie faszinierend das ist, zeigt sich daran, dass die Besucher der Ausstellung nach dem Erkennen der Funktionsweise einen ganzen Dschungel an die Wand züchten (Abb. 1 ).
Linien im virtuellen Raum
Der „Just a line-Workshop widmete sich der Kunst im virtuellen Raum. Über ein Tablet werden mithilfe der App „Just a line Linien in den virtuellen Raum gezeichnet. Die gezeichneten Linien erscheinen statisch im Raum und lassen sich durch das Verändern der Position und der Haltung des Tablets perspektivisch betrachten (Abb. 2 ). Diese Übung lässt sich im Unterricht durchführen. Ein Tablet reicht für die Übung, denn die Schülerinnen und Schüler können nacheinander in Kleingruppen das Gezeichnete und die anschließende perspektivische Betrachtung am Tablet nachvollziehen. Die App ist für Apple und Android Geräte kostenlos.
Digitales Arbeiten im Unterricht
Diese Ideen aus der Ausstellung können in die digitale Arbeit im Kunstunterricht übernommen werden. Der Markt bietet einige kostenfreie Programme, die den Unterricht auf vielen Ebenen bereichern können. Einige Programme beinhalten kostenpflichtige Zusatzanwendungen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder über solche „Freemium-Apps aufgeklärt werden.
Im Kasten werden einige Anwendungen beispielhaft aufgezeigt, die sich gut für den Unterricht eignen. Egal, ob die Kinder zu beliebigen Themen Tonprofile mit dem Programm „Audacity aufnehmen und diese zusammenschneiden oder mit dem Programm „GIMP Bilder anfertigen oder manipulieren. Die Dienste sind zum größten Teil selbsterklärend oder es gibt ergänzende Anleitungen im Internet zu finden.
Digitales Arbeiten im Unterricht
Digitales Arbeiten im Unterricht
Desktopprogramme:
GIMP:
Kostenfreies Programm für die Bearbeitung von Bilddateien. Die Funktionen gleichen teilweise denen des Marktführers Photoshop von Adobe, jedoch in...

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