1. – 6. Schuljahr

Renate Mann

Mode

Der Begriff „Mode vielseitig beleuchtet

Mode umfasst nicht nur die Bekleidung, auch Make-up, Frisuren, Hüte, Schuhe und Schmuck gehören dazu. Sie beeinflusst biologisches, soziales und psychisches Verhalten in einem ökonomischen und ökologischen Kontext. Dabei werden Selbstdarstellung, Erstellung und Nachhaltigkeit beleuchtet.

Aus der anthropologischen Forschung und den Funden, die bis in die Steinzeit hineinreichen, wird abgeleitet, dass Kleidung in der Menschheitsgeschichte von Anfang an eine Rolle spielte. Kleidung war und ist abhängig von klimatischen Bedingungen, von Lebensumständen, Traditionen, dem kulturell-religiösen Hintergrund, dem sozialen Status und individuellen Wahrnehmungen.
Mode als Ausdruck der Selbstdarstellung
Ein Urtrieb des Menschen scheint es zu sein, sich zu schmücken und auch zu bedecken, ob mit Fundstücken aus der Natur, verschiedenen Materialien wie Pflanzenfasern, Ton, Edelsteinen oder Metall, sich zu bemalen, zu schminken oder zu tätowieren. Da der Mensch kein Einzelwesen ist, entwickeln sich bis heute Trends, die eine Zugehörigkeit signalisieren und manifestieren. Kleidung, die zunächst nur eine schützende Funktion hatte, wird dann zur Mode, wenn sie das Bedürfnis nach Anerkennung und individueller Inszenierung befriedigt. Mode geht einher mit Selbstdarstellung und beinhaltet Denkweisen in einer bestimmten Zeit. Sie ist auch abhängig von wirtschaftlichen, technischen, religiösen und politischen sowie von sozialen Strömungen. Wie sich Mode durch Kleidung präsentiert, so spiegelt sie das Bewusstsein um hierarchische Ordnungen und ist Ausdruck gewollter gesellschaftlicher Unterschiede.
Mode und das Image des Schneiderhandwerks
Bis ins Mittelalter hinein wurde Kleidung von Frauen zu Hause hergestellt. Mit dem ökologischen und gesellschaftlichen Wandel, dem Entstehen der Städte und dem Erstarken des Bürgertums wurde Kleidung zum Statussymbol. In Kleiderordnungen wurde geregelt, welche Stände welche Kleidung tragen durften. Dies war auch die Geburtsstunde des Schneiderhandwerks, das sich in Zünften organisieren musste. Darin wurden die Ausbildungs- und Arbeitszeiten, die Qualitätsstandards und Preise festgelegt. Schneider und Schneiderinnen durften Stoffe nicht selbst bevorraten, sondern wurden nach Kundenwunsch von Tuchhändlern beliefert. Obwohl sie gebraucht wurden, gehörten sie den unteren Bevölkerungsschichten an, d.h. sie lebten meist am Rande des Existenzminimums und mussten oft auf die Begleichung ihrer Rechnung warten.
Mode ist Handarbeit
Mit der Französischen Revolution, der Abschaffung der Zünfte und der Herstellung von handgenähter Konfektionsware wurde Mode zu einem Allgemeingut.
Das Nähen selbst blieb aber bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Handarbeit. Dann hielt die von den Amerikanern Howe & Singer patentierte Nähmaschine Einzug in Werkstätten und Haushalte. Etwa zur gleichen Zeit erfand Ebenezer Butterick das Schnittmuster, das es jedem Laien ermöglichte, seine Kleidung selbst zu nähen. Das Schneiderhandwerk musste auf Spezialgebiete wie die Maß- oder Änderungsschneiderei ausweichen.
Modeschöpfer und Haute Couture
Dies gilt nicht für die Haute Couture, die von dem Engländer Charles Frederick Worth in Paris begründet wurde. Er hatte die Idee, für eine betuchte Kundschaft hochwertige Mode (Abb.1 ) in seinem 1857/58 gegründeten Modehaus von Designern entwerfen und in eigenen Werkstätten nähen zu lassen. Das Konzept luxuriöser Mode, vorgeführt von Mannequins in exklusiven Shows, ging auf, und bald zählten Frauen aus demHoch- und Geldadel zu seinen treuesten Kundinnen.
Die Haute Couture lebt von der Kreativität ihrer Designerinnen und Designer und und aufwendig gestalteten Fashionshows. Durch einzigartige und extravagante Kreationen machten sich die Französin Coco Chanel (1883 – 1971) mit ihrem „Kleinen Schwarzen und der Italiener Valentino Garavani (*1932) mit eleganten Pailletten- und Perlenkleidern einen Namen. Der...

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