2. – 4. Schuljahr

Julia Greisel

Neue Mode für den Kaiser

Collagieren und mediale Präsentation von Kleidern

Eine 2. Klasse hört das Märchen „Des Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen. Die Kinder entwickeln eigene Ideen für die Kleidung der Figur und setzen ihre Vorstellung in Collagen aus Stoff, Papier, Wolle und anderen Materialien um. Mithilfe des Tablets werden die Werke auch digital in Szene gesetzt.

Das Märchen „Des Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen ist nur wenigen Kindern meiner Klasse bekannt. In einer freien Lehrererzählung lernen sie die Geschichte kennen so haben sie die Möglichkeit, zwischendurch Fragen zu stellen und unbekannte Wörter zu klären. Anschließend benennen die Kinder die Stellen, die sie besonders interessant oder lustig fanden und begründen ihre Äußerungen. Das Sprechen über die Inhalte erfordert ein zweites Anhören der Geschichte. Besonders an dem Moment im Märchen, als der Kaiser nur leicht bekleidet vor der Bevölkerung steht, müssen die Kinder auch beim wiederholten Hören lachen.
Als Ziel für die nächsten Stunden wird festgehalten, selbst Kleidung für den Kaiser zu entwerfen. Völlig frei lasse ich dabei, in welchem Stil die Kinder die neuen Kleider für den Kaiser gestalten möchten: Sie können höfisch, aber auch sportlich, elegant, sein.
Kleidung am Hof
Um herauszufinden, wie der höfische Kleidungsstil zur damaligen Zeit aussah, betrachten wir zu Beginn der nächsten Unterrichtsstunde einen Kupferstich von Vilhelm Pedersen, eine Illustration aus dem Originalmärchen aus dem Jahr 1849 (Abb. 1 ). Weitere Abbildungen aus Märchenbüchern, welche die Kinder von zu Hause mitbringen, helfen, ihre ersten Eindrücke zu bestätigen. „Die haben ja alle kurze Hosen an, erkennt Anna. Wir sprechen über die Eigenschaften der dargestellten Kleidung und über deren Wirkung. Ob wohl die gesamte Bevölkerung so prunkvoll kleidet war? „Nein, ich glaube nicht, erklärt Paul, „das wäre beim Arbeiten ja alles schmutzig geworden.
Materialplanung und Skizzen
Anschließend geht es an die Materialplanung. Alle sind sich einig, dass die Kleidung des Kaisers nicht nur gemalt werden, sondern natürlich auch aus Stoffen bestehen soll. Auf einem von mir vorbereiteten Materialtisch finden die Kinder neben verschiedenen Stoffen auch Wollreste, Filz, Leder, Bänder, Knöpfe und Papiere. Die Auswahl wird gemeinsam gesichtet, und die Kinder äußern erste Ideen für die Gestaltung der Kleidung.
Doch zunächst fertigen sie auf Papier (DIN A4) Skizzen mit Bleistift und Buntstiften an (Abb. 2 – 3 ). Während dieser Erkundungsphase steht der Materialtisch jederzeit zur Ansicht bereit, um sich von den verschiedenen Stoffen inspirieren zu lassen. Schon jetzt fällt auf, wie kreativ die Ideen der Mädchen und Jungen sind. Viele Kinder entscheiden sich für höfische Kleidung, die an die zuvor betrachteten Märchenbilder erinnert. Aber auch ein Astronautenanzug, Zauber- und Karatekleidungsstücke sind dabei.
Gemeinsam betrachten wir die Skizzen. Die Kinder stellen ihre Entwürfe vor und erklären ihre Gedanken dabei.
Malen des Kaisers
Als Basis für die collagierte Kleidung malen die Kinder den Kaiser in der kommenden Stunde formatfüllend auf einem DIN-A3-Papier. Zunächst zeichnen sie ihre Figur großformatig vor. Dafür eignen sich ein Pinsel und helle Farbe sehr gut. Das Gesicht und die Hände werden bereits gemalt, wobei die Augen, Mund und Nase zunächst nur mit Bleistift leicht angedeutet werden. Mit dem Malen von Gesichtern sind die Kinder der Klasse bereits vertraut.
Collagieren der Kleidung
Für die Umsetzung ihrer Ideen stehen den Kindern Scheren und Klebestifte zur Verfügung. Eine Heißklebepistole darf ebenfalls unter Aufsicht bzw. mithilfe eines Erwachsenen verwendet werden. Im Vorfeld besprechen wir, dass ein interessantes Kleidungsstück nicht nur aus einem Stoff besteht, sondern beispielweise mehrere Lagen oder Verzierungen beinhaltet.
Das Schneiden der Stoffe fällt den Kindern manchmal noch etwas...

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