1. – 6. Schuljahr

Stephanie Host

Mistwetter Sonnenschein

Es macht, was es will

Das Wetter umgibt uns jeden Tag der tägliche Blick auf das Außenthermometer,der Blick in den Himmel oder das Hören des Wetterberichts im Radio. Das Wetter dientals unverfängliches Small-Talk-Thema oder als explosiver Gesprächsstoff in Zeitenvon Fridays for Future, Waldbränden und widersprüchlichen Aussagen.

Bereits die ersten Menschen sahen prüfend in den Himmel, um dessen Einfluss auf Ernte und Jagd zu erahnen. Das frühzeitige Wissen zum Jahresverlauf und zum Wetter zeigt beispielsweise die Himmelsscheibe von Nebra (UNESCO-Weltdokumentenerbe). Heute findet man im Privathaushalt unterschiedlichste Wetterstationen, auch der Wetterhahn (Abb.1 ) ist noch auf vielen Dächern.
Das Wetter beeinflusst ganze Wirtschaftszweige und Berufsgruppen. Saisonal bedingte Arbeitsplätze sind v.a. im Handwerk und im Service zu finden. Ebenso bestimmt die jeweilige Wetterlage auch soziale und kulturelle Prozesse, z.B. wurden im Februar 2020 viele Rosenmontagsumzüge aufgrund von Sturmwarnungen abgesagt. Auch Unwetterschäden werden in den Alltag integriert (Abb.2 ). Der kritische Blick in den Himmel verrät, ob man einen Regenschirm braucht oder das Fahrrad zur Arbeit nehmen kann.
Wettervorhersage
Das Wetter entsteht in der Lufthülle unserer Erde. Die Wissenschaft vom Wetter nennt man Meteorologie, die „Lehre von den Vorgängen in der Lufthülle der Erde. Dieser Begriff wurde bereits vom griechischen Universalgelehrten Aristoteles geprägt. Seit dem 18. Jahrhundert existieren regelmäßige Messreihen von Temperatur, Luftdruck und Windverhalten. Dass das Wettergeschehen länderübergreifend ist, wurde bereits 1781 berücksichtigt, als rund 40 einheitliche Messstationen europaweit installiert wurden. Seit dem Jahr 1873 haben wir einheitliche meteorologische Symbole. Von der Übermittlung mithilfe von Telegrafen wurden die Messstationen über die Jahre zunehmend automatisierter, sodass heute mehr als 10.000 Wetterstationen mindestens alle sechs Stunden kodierte Daten in ein internationales Netz einspeisen. Zudem senden zahlreiche Satelliten (Abb.3 ) ihre Daten zur Erde. Die ersten Wetterbilder wurden 1960 vom Satelliten Tiros 1 gesendet. Wir nehmen mithilfe modernster Kommunikationstechnik und -medien in Echtzeit am Wettergeschehen allerorts teil.
Was ist alles Wetter?
Das Wetter ist eine Beschreibung des augenblicklichen Zustands der Atmosphäre und der kurzfristigen Veränderung von Wettererscheinungen. Doch diese Geschehnisse in unserer Troposphäre sind nicht nur sehr komplex, sondern unterliegen auch einem sekündlichen Wandel. Zum Wetter gehören Informationen zu den Wetterelementen:
  • Niederschlag umfasst jegliches Wasser, welches in fester oder flüssiger Form zur Erde gelangt (Regen, Schnee, Hagel, Tau).
  • Temperatur gibt den Wärmegehalt der Luft in Grad Celsius (°C) an.
  • Luftdruck bezeichnet das Gewicht der Säule atmosphärischer Luft, das auf der Erde lastet und wird in Hektopascal (hPa) angegeben.
  • Luftfeuchtigkeit beschreibt den Wassergehalt der Luft.
  • Wind ist die Luftmassenbewegung zwischen Gebieten unterschiedlichen Luftdrucks in der Atmosphäre. Die Windgeschwindigkeit wird in m/s, in km/h, in Knoten oder in Windstärken angegeben.
Wetter und Klima
Während das Wetter über das tagesaktuelle Wettergeschehen bis zur 3- oder 14-tägigen Prognose Einblick bietet, ist es begrifflich klar vom Klima zu trennen. Das Klima beobachtet einen durchschnittlichen Zustand der meteorologischen Erscheinungen über einen längeren Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Oftmals ist sogar ein Zeitraum von 30 Jahren angegeben. Das Klima wird u.a. durch die Breitenkreislage beeinflusst.
Die globalen Temperaturen haben sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts um etwa 0,3 °C bis 0,6 °C erhöht. Für diese Klimaschwankung ist die Mitverantwortung des Menschen wissenschaftlich erwiesen.
Was die Natur übersWetter verrät
Durch Naturbeobachtungen kann man verblüffend zutreffende...

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