3. – 4. Schuljahr

Julia Schmidt

Wetterfühlig

Kunstbezogene und experimentelle Zugänge zum Thema „Wetter

Kaum ein Naturphänomen scheint die Menschen so sehr zu beschäftigen, wie das Wetter. Ob für Meteorologen oder für Hobbywetterfrösche: Wetterberichte liegen hoch im Trend. Eine dritte Klasse untersucht dafür verschiedene Wetterphänomene. Die Ergebnisse werden im Kunstunterricht in Form eines Wetterberichts präsentiert.

Kein Tag vergeht ohne Wetter weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart oder Zukunft. Auch die Kunst beschäftigt sich vielfältig mit dem Thema Wetter.
Ich suche nach Werken der Malerei und Grafik sowie der modernen und experimentellen Kunst, welche entweder bereits im Titel verschiedene Wettererscheinungen aufweisen oder zumindest in ihrer Gesamtheit damit zusammenhängen (s. Kasten Kunstwerke). Eine Vielzahl an Reproduktionen lege ich zu Beginn der Einheit im Klassenraum aus. Neben jedem Bild liegt ein leeres Blatt, und die Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, die Bilder zu betrachten und mit der Methode des „Stummen Schreibgesprächs ihre Gedanken zu den jeweiligen Bildern zu notieren. Es muss nicht immer über das Wetter geredet werden. Als die Kinder nach Betrachtung aller Bilder auf ihre Plätze zurückgekehrt sind, erhielten sie den Auftrag, ein zweites Mal umherzugehen und jetzt darauf zu achten, welche Gedanken sich in den Notizen am häufigsten wiederfinden. Gemeinsam tragen wir abschließend im Plenum wichtige Begriffe zusammen. Wie erwartet, wurden vor allem Wettererscheinungen wie Regen, Sonne oder Wind genannt. Nun ist der Zusammenhang offensichtlich und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Wetter angebahnt.
Wetter und Kunst verknüpfen
Es stellt sich die Frage, wie Schülerinnen und Schüler selbst das Wetter zu Papier bringen können. Das Thema ist allgemein aus dem Sachunterricht bekannt und besaß für die Kinder einen eher naturwissenschaftlichen Charakter. Dabei wird oft vergessen, dass Wetter auch ästhetisch sein kann. Die erste Aufgabe lautet, eine künstlerische Gedankenlandkarte anzufertigen, bei welcher zu jedem Wetter individuell eine Farbe sowie grafische Linien assoziiert werden (Abb. 1 ). Es wird deutlich, dass die Ergebnisse überwiegend auf den Vorerfahrungen der Kinder basieren, die sie aus dem Alltag, Bildern, Werbung entnommen haben, z.B. die Sonne ist gelb und hat Strahlen, der Regen ist blau und tropfenförmig. Dennoch ist ersichtlich, dass sich das individuelle Empfinden und die persönliche Wetterfühligkeit widerspiegelt.
Wenn das Wetter selbstzum Künstler wird
Um diese Verknüpfungen weiter auszubauen, arbeiten wir in der dritten und vierten Unterrichtsstunde in Gruppen. Jede Gruppe erhält Gestaltungsaufträge (s. Kasten Gruppenaufträge) zu einer ausgewählten Wetterlage. Ziel ist es, das Wetter farblich, grafisch und experimentell sichtbar zu machen und es selbst Kunstwerk werden zu lassen. Die Kinder erarbeiten sich das Vorgehen mithilfe der Aufträge selbstständig. In Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Zeit sowie dem organisatorischen Aufwand wäre ein Stationsbetrieb ebenso denkbar. Die Wetterphänomene Regen, Wind und Regenbogen können hinzugefügt werden. Während sonniges sowie nebliges Wetter eher vergänglich erscheinen, können Regen, Wind und Regenbogen Spuren hinterlassen sowohl in der Natur als auch auf dem Papier.
In den ausgewählten Aufträgen wird deutlich, dass:
  • ohne (Sonnen-)Licht keine Farben entstehen: Die Kinder experimentieren mit Lebensmittelfarbe (Abb. 2 ).
  • Sonnenlicht, in diesem Fall durch technische Hilfsmittel, in verschiedenen Farben strahlt (Abb. 3 ).
  • Nebel die Landschaft trübt: Ein von den Kindern fotografiertes Landschaftsbild wird auf verschiedene Weise bearbeitet malerisch mit der Farbe Grau (Abb.4a ), materialbezogen mit Frischhaltefolie (Abb.4b) und technisch mit dem Kopierer (Abb.4c).
Diese Aspekte werden in der Betrachtung und Reflexion deutlich. Die Ergebnisse werden ausgelegt, und...

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