1. – 13. Schuljahr
Rezension
Apostolos Doxiadis /
Christos H. Papadimitriou (Autoren),
Alecos Papadatos /
Annie Di Donna (Zeichner)
Logicomix
Eine epische Suche nach Wahrheit
Übersetzt von Ebi Naumann
Atrium Verlag. Zürich 2010
352 Seiten, 24,90 Euro
ISBN: 3855350698
Logicomix ist, wie der Name andeutet, eine spannende „Graphic Novel zur Entstehung der Logik im 19. und 20. Jahrhundert. Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise durch das Leben des berühmten Philosophen und Mathematikers Bertrand Russell. Eingeleitet wird der Comic mit einer kurzen Sequenz, die die Entstehung des Buches beschreibt und gleich wird der Leser hineingezogen in das Jahr 1939: Russel blickt in einem Vortrag (nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs) auf sein Leben und sein wissenschaftliches Werk zurück. In der Ergründung der Logik sucht er eine Antwort auf die Frage, ob der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg tatsächlich unvernünftig ist, weil Kriege als solche unvernünftig sind.
Zwischen mehreren Erzählebenen (die Entstehung der Graphic Novel, Russells Vortrag und Russels Erinnerungen) springt das Buch hin und her und erzeugt dadurch immer wieder wohlgesetzte Pausen und Reflexionsanlässe. Auf spannende Weise erfährt der Leser viel über die Kindheit und Jugend Russels, wie er zur Mathematik kam und was seine Lebenseinstellung prägte: „Wissenschaft ist unsere einzige Hoffnung. Als junger Mann studierte er in Cambridge zunächst Mathematik und stieß auf unbewiesene Voraussetzungen und Zirkelschlüsse woraufhin er das „Wesen der Mathematik diskutieren wollte. Romane und Theaterstücke zu Grundfragen des menschlichen Miteinanders beeinflussten sein Denken ebenso wie philosophische Diskussionen. Fiktive und reale Begegnungen illustrieren den damaligen Geist mathematischer Diskussionen: Russell begegnet im Buch Gottlob Frege, Georg Cantor, Henri Poincaré und David Hilbert.
Bei seinen Forschungen stößt Russell auf ein Phänomen, das die gesamte Mathematikwelt auf den Kopf stellte: „Enthält die Menge aller Mengen, die sich selbst enthalten, sich selbst? Tut sie es, tut sies nicht. Und wenn sies nicht tut, tut sie es.
Der Begriff „Graphic Novel passt sehr gut für dieses Buch, das leicht, humorvoll, fesselnd und mit Tiefgang die Entwicklung der Logik behandelt. Insgesamt kann ich dieses wunderschöne Buch sehr empfehlen einerseits zum Selberlesen, andererseits kann ich mir auch gut vorstellen, einzelne Seiten mit Schülerinnen und Schülern im Unterricht zu diskutieren. Vielleicht in Kooperation mit dem Geschichts-, Ethik-, oder Philosophieunterricht.
Anne Hilgers, Hannover

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